Über 100 Jahre SV Rheingold 08 Hamm e.V.
– Ein Altrheinclub mit Riesentradition –
Um die Jahrhundertwende eroberte sich der Fußball, von England kommend, die großen Städte des Festlandes, um dann allmählich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den ländlichen Gemeinden rasch Fuß zu fassen. Dies ist auch mit ein Grund dafür, dass wir gerade in der Gegenwart so zahlreiche Jubiläen von Fußball- und Sportvereinen erleben können.
Im Gründungsjahr 1908 gab es in Deutschland bereits große namhafte Fußballvereine wie München, Karlsruhe, Nürnberg, Fürth und Worms, doch der Fußballsport war auf dem flachen Lande noch lange nicht heimisch. Zu jener Zeit gab es eben noch keine Fernsehgeräte, die es ermöglichten, dass große National- und Pokalspiele praktisch in jeden Haushalt übertragen wurden.
Heute, da dieser Sport Millionen Anhänger hat und eine machtvolle Bewegung darstellt, gibt es doch kaum noch ein Dorf, in welchem nicht ein Fußballverein besteht, können wir es kaum noch begreifen, welches Maß an Mut dazu gehörte, damals in einem kleinen Ort an die Gründung eines Fußballvereins zu denken. Kaum jemand war zu finden, insbesondere bei den örtlichen Behörden, der sich dazu hergab, die Bemühungen einzelner Unentwegter auf diesem Gebiet zu unterstützen.
Hamm war zu jener Zeit eine Gemeinde mit ca. 1350 Einwohnern und mit Gütern nicht gerade allzu reichlich gesegnet. Die ersten Versuche mit dem runden Lederball wurden am unteren Ende des so genannten »Anhangs« gegenüber der ehemaligen Wirtschaft »Zum goldenen Hirschen« gemacht.
An einen Sportplatz war zunächst nicht zu denken, weil ein geeignetes Gelände damals nicht zur Verfügung stand. Die eigentliche Initiative, den Fußball in Hamm voranzutreiben, ging von dem leider so früh verstorbenen Friseur Georg Arnold aus, der damals durch seine aus Pfungstadt stammende Frau Kontakte zu dem dortigen schon bekannten Verein »Germania« Pfungstadt hatte.
In der folgenden Zeit sahen sich viele Jugendliche, die zu Fuß oder per Rad nach Pfungstadt zogen, dort Fußballwettspiele an.
Umgekehrt kamen damals Spieler aus der dortigen Gemeinde und zeigten und lehrten ihr Können.
An Pfingsten 1908 wurde dann offiziell der Hammer Fußballclub gegründet.
Der junge Verein hatte sein Lokal in der ehemaligen Gastwirtschaft Illy. An der Wand des abgeteilten Podiums hingen für alle Spieler und Mitglieder kleine Wappen in den Vereinsfarben »grün-gelb« mit den Namen. In der Mitte befand sich ein großes Wappen in denselben Farben mit dem Namen des Vereins.
Alten Überlieferungen zufolge sagt man, dass die Farben grün-gelb deshalb gewählt worden seien, weil die Fußballspieler von ihren Gegnern die »Grüngelben« wegen ihres schlechten Aussehens infolge der gewaltigen Anstrengungen während der Spiele genannt wurden.
Diese ketzerischen Bemerkungen kamen nicht nur von den Fußballgegnern der anderen Gemeinden, sondern auch aus den Reihen der rheinischen Turnerschaft, die damals in Hamm ein gewichtiges Wort mitzureden hatte. Manche Spieler durften sich zu Hause nicht umziehen oder sich im Vereinsdress sehen lassen. Da fand der junge Verein eine Heimstatt in der Werkstatt von Jakob Elsässers Vater. Dort konnten sich die Spieler umziehen, und von dort ging es dann die »Dämm enunner« auf das Spielfeld.
Nach Berichten alter Mitglieder wurde der Name »Rheingold« auf recht originelle Weise gefunden. Damals wie heute verging kaum ein Wochenende, an dem die Jugend des Dorfes nicht einmal einen Gang an den Rhein gemacht hätte. Bei einem sonntäglichen
Spaziergang hatten sich einige Mitglieder des neuen Fußballclubs geeinigt, der Verein solle den Namen des ersten Schiffes bekommen, das Hamm passierte. Dies war dann die “Rheingold” das große Passagierschiff der Köln-Düsseldorfer Rhein-dampfschifffahrtsgesellschaft mit den Reedereifarbe “grün/gelb”. Und so wurde der Verein »FC Rheingold 08« getauft, mit den bis heute gültigen Vereinsfarben.
Die ersten Mitglieder und Mitbegründer waren: Georg Arnold, Lorenz Luckas, Willy Becker, Georg Elsässer, Heinrich Luckas, Valtin Lang, Jakob Elsässer, Heinrich Fretter, Georg Seibel, Georg Köhler, Friedrich Illy, Johann Seibert und Adam Arnold.
Dem Vorstand gehörten an: Georg Arnold, 1. Vorsitzender und Friedrich Illy, Schriftführer. Allmählich kamen immer mehr Mitglieder hinzu, die Zahl 50 wurde in den ersten Jahren bis nach dem 1. Weltkrieg jedoch nie überschritten. Der Verein hatte also bei einem
Monatsbeitrag von sage und schreibe -,25, -,30, später -,50 Pfennig stets finanzielle Schwierigkeiten, und viele Auslagen mussten oft aus den sowieso knappen Sonntags-geldbeständen der Anhänger bestritten werden. Man war damals auch bescheidener, und die Stutzen, Hosen und Trikots wurden eben immer wieder gestopft, die Bälle und Schuhe wurden geflickt und genäht, so lange es eben ging.
Die größte Sorge bereitete jedoch in der ersten Zeit der Sportplatz. Ohne fremde Hilfe wurde er schließlich aus eigener Kraft geschaffen. Die Gemeinde stellte zunächst ein mit alten Weidenstrünken und Löchern gesegnetes Ödland im Weidenschlag, etwas unterhalb des heutigen Hartplatzes, zur Verfügung.
Die alten Gründer gingen damals mit Eifer gemeinsam ans Werk und es verging kaum ein Tag, an dem nicht gerodet, geschaufelt oder planiert wurde. Nur ein alter »Hammer Weirestebbel« weiß, wie schwierig es ist, Weiden zu roden, wenn man bedenkt, dass damals noch kein modernes Gerät, wie Motorsägen und Bagger, vorhanden war. Dem damals schon bestehenden Südwestdeutschen Fußballverband konnte der junge Verein aus finanziellen Gründen noch nicht angehören. Da sich jedoch in vielen Nachbarorten, wie Eich,Gimbsheim, Rheindürkheim, Groß-Rohrheim usw. ebenfalls in der damaligen Zeit Fußballvereine gründeten, wurde mit diesen Vereinen der Wettspielbetrieb in Privatspielen und so genannten Pokaltreffen aufgenommen. Damals wurde auch teilweise die einheimische Mannschaft mit befreundeten Spielern aus Pfungstadt, Eich und Alemannia Worms verstärkt. Man reiste noch mit einem Pappkarton unter dem Arm an, später war es der Matchsack und heute die Tragetasche. Die Spiele der damaligen Zeit waren kampfbetont, die Zuschauer griffen zum Teil tatkräftig ein, mancher »unparteiische« Schiedsrichter suchte sein Heil in der Flucht.
Auch heute kennen wir noch Vereine nicht nur in Rheinland-Pfalz, bei denen sich offensichtlich indieser Hinsicht nichts geändert hat.
Obwohl der FC Rheingold gewissermaßen aus den Reihen des Turnvereins 1893 Hamm hervorgegangen war – Georg Arnold war erster Turnwart, und viele Fußballer, auch vom Nachwuchs, waren Turner – bestand lange Zeit eine heftige Fehde zwischen beiden Vereinen.
Eine erste Krise für den Verein brachte das Jahr 1913, als einige Aktive zur Ableistung ihrer Dienstpflicht einrücken mussten. Es gelang jedoch, den Spielbetrieb mit nachgerückten Spielern erfolgreich fortzusetzen. Leider brachte dann der 1. Weltkrieg eine Unterbrechung des lebhaften Spielbetriebes, und das Vereinsleben ruhte bis auf einige Jugendspiele fast ganz, weil die meisten Mitglieder ihrer Pflicht gegenüber Volk und Vaterland genügen mussten. Als der Mitbegründer und eifrige Fußballanhänger, Johann Seibert dann 1916 mit gelähmtem Bein kriegsversehrt zurückkehrte, ging er sofort daran, den Verein wieder zu neuem Leben zu erwecken.
Ein Hauptverdienst an dem Aufschwung hatte der damals noch sehr junge Schuhmachermeister Heinrich Knies, der als rechte Hand des Vorsitzenden Johann Seibert, stets der gute Geist des Vereins war. Er wurde dann auch bis zum Jahre 1928 Vereinsvorsitzender. Unter ihm wurden seinerzeit beachtliche Erfolge erzielt, so 1922 die Gau-Meisterschaft in der B-Klasse (Endspiel gegen Gonsenheim).
Auch Mannheim-Waldhof war mit seiner Reservemannschaft an Feiertagen gern zu Gast in Hamm.
Die eigenen Spieler verpflegten die Gäste zu Hause und die Fahrtauslagen der Gäste wurdenerstattet. Die Gastfreundschaft des Hammer Sportvereins war damals schon weit bekannt.
1928 traf es den Verein hart, als der damals erst 27-jährige Vorsitzende Heinrich Knies plötzlich
verstarb. Der Schock mag es wohl gewesen sein, der die Spieler traf, kostete er doch seinerzeit auch die Meisterschaft in der A-Klasse.
Nachfolger im Vorsitz wurde dann zunächst Otto Bretzer für ein Jahr, der wiederum von Rudolf Ebling abgelöst wurde. Dieser führte den Verein bis zum Jahre 1933. Damals musste der gesamte Vorstand infolge der politischen Verhältnisse im Zuge der so genannten Gleichschaltung zurücktreten.
Ihm gehörten seinerzeit an: Rudolf Ebling, Jakob Knies, Jakob Ruffini, Rudolf Baumann, Adam Bretzer, Otto Bretzer, Georg Leißler und Rudolf Becker.
Den Vorsitz übernahm dann bis 1936 Jakob Knies, und sein Nachfolger wurde bis zum 2.Weltkrieg wieder Rudolf Ebling. Während des 3. Reiches ließ man dem Fußballsport in unserer Heimat keine Förderung zuteil werden, weil damals das Hauptgewicht ja allgemein bei den wehrsport-treibenden Organisationen lag.
Im 2. Weltkrieg ruhte dann der Vereinsbetrieb völlig. Erst am 08.02.1946 konnte der Sportbetrieb offiziell wieder aufgenommen werden, allerdings ohne viele der alten Sportler und Mitglieder, da diese im Krieg gefallen waren. Ihr Andenken wird uns immer teuer und unvergesslich bleiben.
Im Herbst 1945 konnte zunächst nur der Privatspielbetrieb aufgenommen werden, da einschränkende Bestimmungen der französischen Besatzungsbehörden und der Militärregierung anderes offiziell noch nicht gestatteten. Im Frühjahr 1946 nahm auch der Verband seine Arbeit wieder auf und die erste Verbandsrunde lief an. Die alten Mitglieder kamen wieder und neue kamen hinzu.
Aufgrund der Tatsache, dass viele ältere Spieler eingesetzt werden mussten, war der Erfolg im Fußball nur mäßig. Dafür wurde der neu angegliederte Bereich Handball recht erfolgreich. Dies aufgrund der Tatsache, dass ältere Spieler, die ehemals im Turnverein Handball gespielt hatten, jetzt zum FC Rheingold 08 Hamm kamen, weil der Turnverein 1893 weiterhin verboten blieb.
Insbesondere waren es aber die Angehörigen einer neu aufgemachten Damen-Handballabteilung,die bis zum Jahre 1948 dem Verein alle Ehre machte und die gegen starke Gegner wie Wormatia Worms, Turnverein 1817 Mainz und viele andere stets ehrenvoll abschnitten.
Nie war die Vereinsarbeit so schwer wie gerade in dieser Nachkriegszeit.
Sportbekleidung, Bälle usw. mussten auf Umwegen, über im Dorf gesammelte Lebensmittel, »organisiert« werden. Fahrten mit pferdebespannten Rollen, mit Treckern und Bulldozern bei schlechtem Wetter erforderten viel Opfermut und selbstlosen Einsatz.
Ende 1946 aber fuhr man bereits zu Auswärtsspielen wieder »vornehmer« mit Lkw’s von Lorenz Gebhard aus Hamm, Fa. Ludwig Kunz & Sohn aus lbersheim und Jakob Luckas aus Eich.
Durch die Währungsreform verlor der Verein sein gesamtes Barvermögen in Höhe von 1.180 Mark. 1948/49 wurde auch der Handballbetrieb wieder aufgegeben, da ältere Spieler sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ausgeschieden waren und kein Nachwuchs vorhanden war.
Als Vorsitzender des Vereins wirkten seit der Neugründung 1945 in der Reihenfolge Heinrich Ebling, Ernst Köhn und Walter Friedrich König. Anschließend führte Karl Sauer den
Vorsitz bis 1952, wobei sich damals im Spieljahr 1949/50 die Fußballer in der damaligen Kreisklasse Nord den 2. Tabellenplatz erkämpfen konnten.
Wie überall, so blieb auch in Hamm der Sportverein von inneren Krisen nicht verschont. Im Spieljahr 1950/51 schmolz, infolge von Austritten, der Mitgliederbestand auf 90 Mitglieder zusammen.
Trotzdem hatte der Verein einen guten Mittelplatz in der Kreisklasse Nord.
Mit Wirkung vom 12.01.1952 übernahm dann Ottobert Seibert den Vorsitz.
Von diesem Zeitpunkt an setzte nun eine konstante Aufwärtsentwicklung im Verein ein.
1952/53 nahm der Verband eine neue Klasseneinteilung vor. Es entstanden C-Klasse, B-Klasse, A-Klasse, 2. Amateurliga, 1. Amateurliga, 2. (Vertragsspieler) Liga, 1. (Vertragsspieler) Liga. Der SV Rheingold Hamm kam bei der Neueinteilung in die B-Klasse.
Mit Beginn der neuen Runde wurde am 29.06.1952 der neue Rasenplatz eingeweiht.
Das erste Tor auf diesem Platz schoss der damalige 2. Vorsitzende Heinz Hartmann, der später über 25 Jahre lang als Präsident der Hammer Fastnacht tätig war.
Auf diesem neuen Platz wurde der SV Rheingold Hamm auf Anhieb Pokalsieger und Meister der B-Klasse und stieg in die A-Klasse auf. Sehr verdient machten sich damals der Jugendleiter Jakob Köhler und Spielausschussvorsitzender Adam Brutscher.
1954/55 bekam der Verein neue Statuten und wurde als e.V. ins Vereinsregister eingetragen.
Er erhielt somit den neuen Namen “SV Rheingold 08 Hamm e.V.“
Die erste Mannschaft wurde Meister der A-Klasse und erkämpfte sich, zusammen mit
Nibelungen Worms, gegen Fürfeld den Aufstieg in die 2. Amateurliga Rheinhessen.
Trainiert wurden die Aktiven seinerzeit von Trainer Gustav Müller. In dieser Zeit wurde auch der Bau des Sportheims mit Umkleidekabinen und Duschen beschlossen und verwirklicht.
Am 14.10.1956 erfolgte die Einweihung, wobei durch die hohe Selbsthilfe des Vereins der Gesamtkostenaufwand bei nur DM 12.000,- lag. Viele Einwohner von Hamm trugen durch den Erwerb von »Bausteinen« zur Finanzierung des Sportheims bei.
Im Spieljahr 1956 gelang der Mannschaft die Meisterschaft in der 2. Amateurliga.
In den Aufstiegsspielen konnte sich die Mannschaft gegen starke Gegner wie 1. FC Kaiserslautern (Amateure), Mainz 05 (Amateure), FSV Oggersheim und Idar-Oberstein nicht durchsetzen. Zu jener Zeit waren die Begegnungen gegen die Studentennationalmannschaft von Polen, die Uni-Mannschaften von London, Bern und Mainz von herausragender Bedeutung.
Initiator dieser Freundschaftsspiele war der damalige Student und Spieler Robert Sauer. der in den Jahren 1967 bis 1972 als Spielertrainer die Mannschaft leitete.
Nach dem Abstieg 1972 wurde die Elf unter Friedel Brutscher auf Anhieb Meister der A-Klasse.
Dort konnte sie sich allerdings nur 2 Jahre halten.
In dieser Zeit standen unserem Sportverein die Trainer Richard Klaus und für eine Übergangszeit nochmals Gustav Müller zur Verfügung.
1975 übernahm Trainer Konrad Kappes aus Eich die Regie und konnte sich in den darauf folgenden Jahren mit seiner Mannschaft stets im oberen Tabellendrittel behaupten.
1977 wurde die Elf Herbstmeister.
Ihm folgte von 1980 bis 1982 Gustav Horn. Er musste sich allerdings mit der Tatsache abfinden, dass eine Reihe von erfahrenen Spielern ihre sportliche Laufbahn beendeten und kein geeigneter Nachwuchs zur Verfügung stand. Mit diesem Problem war der Verein weiterhin konfrontiert und es blieb zu hoffen, dass es dem neuen Trainer Robert Jäger gelingen konnte, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen.
Mit der Fertigstellung der Gemeindehalle im Jahre 1971 war die Voraussetzung geschaffen, den Freunden des Tischtennis die Möglichkeit zum Spiel zu geben. Die vorn Verein neu gegründete Abteilung Tischtennis zeigte dann nach kurzer Zeit beachtliche Erfolge.
So schaffte es die 1. Mannschaft in einer Serie bis in die Kreisliga aufzusteigen.
Besonders erfolgreich war Astrid König, mehrfache Kreismeisterin, welche 1977 vom SV Rheingold 08 Hamm e.V. als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde.
Die Erstellung der Mehrzweckhalle gab auch den Turnerfrauen enorme Möglichkeiten zur Entfaltung. Nachdem diese bereits mehrere Jahre unter Annelie Kirschner und Klara Gebhard trainiert hatten, schlossen sie sich 1971 dem Sportverein an und haben sich seitdem, insbesondere durch ihre Mitarbeit in der Fastnacht, große Verdienste erworben. Trainerin der Damen ist von Beginn an Frau Helmtrud Belzer. Großen Auftrieb erhielt auch die Abteilung Fastnacht durch die neuen räumlichen Möglichkeiten in der Mehrzweckhalle. Die ersten närrischen Possen wurden bereits 1953 getrieben und zwar im Gasthaus »Deutsches Haus« der Fam. Illy, später im »Goldenen Hirsch« und ab 1970 in der Halle. Als Sitzungspräsidenten residierten in früheren Jahren Kurt Fraas, Heini Schwarz, Wilhelm Köhler und insbesondere Heinz Hartmann, allein 25 Jahre lang.
»Texter vom Dienst« war Heini Schwarz. Die vielen Hammer Fastnachtsoriginale machten die jährlichen 2 Sitzungen weit über Hamm hinaus bekannt. Auch die jährlich durchgeführten 2 Kindersitzungen und der Lumpenball liefen unter der Regie der Abteilung Fastnacht, deren Abteilungsleiter damals Georg Müller geworden war. Sitzungspräsident, Fastnachtsredner und Mitsänger bei den »Arthuros« war über viele Jahre Reinhold Schmittel.
1975 gab Ottobert Seibert den Vorsitz ab, der nunmehr von Karl Hofmann übernommen wurde.
In der nun folgenden Zeit wurde insbesondere die Abteilung Jugend-Fußball ausgebaut.
Seit vielen Jahren betreibt unser Verein F-, E-, D-, C-, und A-Jugend.
Weiterhin wurde eine Abteilung Damen-Volleyball gegründet, die in der Gemeindehalle ausreichende Möglichkeiten zum Training hatte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten spielte sie einige Jahre recht erfolgreich in der Bezirksklasse. Leider wurde diese Abteilung 1982 aufgelöst. 1977 wurde der alte Sportplatz in einen Hartplatz umgebaut, da der mittlerweile umfangreichere Spielbetrieb nicht mehr auf dem neuen Rasenplatz alleine ausgetragen werden konnte.
Im gleichen Jahr schlossen sich die »Minthe-Freizeitkicker« dem Sportverein an. Es handelt sich dabei um junge Leute von Hamm und Umgebung, insbesondere von dem Wochenendgebiet am Eicher See.
1975 wurde das Eichbaumfest ins Leben gerufen, das sich in den laufenden Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut. Der Eichbaum vor dem Hammer Rathaus – 1871 nach dem deutsch-französischen Krieg gepflanzt- ist seit vielen Jahren Treffpunkt für unsere Fußballjugend bei Auswärtsspielen und nunmehr für eine Woche lang Zentrum der Geselligkeit unseres Dorfes.
Besonderen Anklang findet im Rahmen der Festwoche das Turnier der Ortsvereine, das der Sportverein seit einigen Jahren durchführt. Zum 75. Jubiläum konnte erfreulicherweise nach dreijähriger Bauzeit der Anbau zum Sportheim eingeweiht werden. Nur durch die vielseitige Unterstützung der Freunde des Vereins und insbesondere der aktiven Spieler konnte dieser neue Aufenthaltsraum gebaut und finanziert werden. Gleichzeitig wurde der alte Teil des Sportheims vollkommen renoviert und eine neue Heizungsanlage eingebaut.
1982 wurde eine Gymnastikgruppe für unsere Kleinen ab 4 Jahren ins Leben gerufen, welche einmal wöchentlich den Hammer Kleinkindern Möglichkeit zur sportlichen Betätigung gibt. Die Betreuung lag in den Händen von Gaby Clemens.
Aus Anlass des 75-jährigen Bestehens fand vom 06.-14. August 1983 eine Festwoche statt.
Das Programm, das nur in kleinem Rahmen stattfand, wurde von den einzelnen Abteilungen gestaltet.
Im Vordergrund standen in der Festwoche Fußballturniere verschiedener Mannschaften, die auf beiden Sportplätzen ausgetragen wurden. Die Festwoche zum 75-jährigen Jubiläum war eine gelungene Sache und fand viel Anerkennung in der Bevölkerung.
Die neu gegründete TT-Damenmannschaft war in der Spielrunde 83/84 Kreisliga- und Kreispokalmeister.
Im Jahre 1984 wurde vom Vorstand der Bau einer Flutlichtanlage beschlossen und konnte im Jahre 1986, bei einem Eigenanteil von 20.000 DM in Betrieb gehen. Im Jahre 1990 wurde der Vorplatz am Sportheim teilweise überdacht und fertig gestellt. Der Trainer der aktiven Fußballmannschaften, Konrad Kappes, schied nach 10-jähriger Tätigkeit aus.
Im Jahre 1992 wurde die Anschaffung eines Vereinsbusses, der von allen Abteilungen genutzt werden kann, beschlossen. Lothar Köhler wurde neuer Sitzungspräsident bei der Abteilung Fastnacht.
In der Generalversammlung vom 17.04.1993 wurde Hartmut Arnold zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Er löst den langjährigen Vorsitzenden Karl Hofmann ab, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte. Karl Hofmann wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Sportvereins gewählt. Am 28. Februar 1994 verstarb Karl Hofmann an den Folgen einer schweren Erkrankung.
Karl Hofmann war nahezu 20 Jahre Vorsitzender unseres Vereins und führte mit großem persönlichen Einsatz, hoher Fachkompetenz und großer Umsicht sein Amt aus. Fünfundzwanzig Jahre stand er als Sitzungspräsident an der Spitze des Elferrates, wenn es hieß “Rheingold feiert Fassenacht”. Er war Initiator, Mitbegründer und Motor der Fastnachtsabteilung, unser Heinz Hartmann. Ebenso war er bis 1974 langjähriger 2. Vorsitzender des Vereins.
Am 30. April 1994 verstarb Heinz Hartmann, an den Folgen einer langen, schweren Krankheit. Heinz Hartmann hat die Geschichte unseres Vereins über Jahrzehnte mit Engagement und Weitblick mitgestaltet.
Im Jahr 1994 wurde eine Aerobic-Gruppe gegründet. Auch das Angebot der Turnerfrauen mit Seniorenturnen wurde erweitert. Gustav Horn wurde nach 4-jähriger Trainertätigkeit von Peter Kölsch am 1. Juli 1994 abgelöst.
Nach über 20-jähriger sehr engagierter Jugendarbeit in der TT-Abteilung gibt Walter Schmittel sein Amt an seinen Sohn Volker weiter.
Eine Sanierung des Hartplatzes wurde im Jahr 1994 durchgeführt. Bedingt durch wiederholtes Hochwasser bleiben Ausgaben für entstandene Hochwasserschäden dem Verein leider nie erspart.
Jeder verantwortungsbewusste Vorstand kann sich nicht mit kurzfristigen Planungen begnügen, sondern muss sich auch mit der weiteren Zukunft eines Vereins auseinandersetzen. So hat der Vorstand
der 50-iger Jahre unter Leitung von Ottobert Seibert die Errichtung eines Sportheimes beschlossen und realisiert, eine Maßnahme die zu diesem Zeitpunkt als nahezu einmalig in der II. Fußballamateurliga Rheinhessen war. eine Entscheidung von der heute noch alle profitieren.
Unter der Leitung von Karl Hofmann wurde der Sportheimanbau für gesellschaftliche Belange durchgeführt, auch dies wird noch lange Jahre nachwirken. Unsere Vorgänger haben Weitblick und Verantwortungsbewusstsein bewiesen, so der amtierende Vorsitzende Hartmut Arnold Im Jahr 1994.
Anfang März 1995 wurde die Abteilung Sambo gegründet. Eine Kampfsportart die Ihren Ursprung in Russland hat und Techniken verschiedener asiatischer Kampfsportarten beinhaltet.
Unsere 1. TT-Damenmannschaft errang in der 1. TT-Verbandsliga Rheinhessen in der Saison 1994/1995 die Meisterschaft und stieg somit in die Oberliga Südwest auf.
Im Bereich Fußball war und ist man bei der Jugendarbeit immer öfters auf die Bildung von Spielgemeinschaften mit den Nachbarvereinen aufgrund fehlender interessierter Jugendlicher angewiesen. Nach dem Rücktritt von Paul Petras als Trainer der Aktiven wurde mit Harry Kraus ein Nachfolger gefunden.
Im Jahr 1998 erklärte Lothar Köhler seinen Rücktritt als langjähriger Sitzungspräsident der Fastnacht. Sein Nachfolger wurde Markus Schmittel.
Erneut erfolgte wieder ein Trainerwechsel bei den Fußballern. Neuer Trainer wurde Volker Seilheimer, der bis zum heutigen Zeitpunkt sein mühevolles Amt begleitet.
Bei der Fußballjugend mussten aufgrund von Spielermangel in der A- und B-Jugend Mannschaften zurückgezogen werden. Eine Entwicklung, die äußerst beunruhigend ist und mittelfristig die “sportliche Existenz” der Vereine in Frage stellen könnte.
In der Saison 1999/2000 schaffte die I. TT-Damenmannschaft als zweiter der Oberliga Südwest den Aufstieg in die Regionalliga Südwest -der dritthöchsten Spielklasse für Damen in Deutschland.
Das Kinderturnen wurde nach 20 Jahren eingestellt. Mittlerweile wird das Angebot wieder rege genutzt.
Das sogenannte Aushängeschild des Vereins, die erste Fußballmannschaft, verliert immer mehr an Glanz. Im Sportverein stimmen sinkende Mitgliederzahlen ebenfalls bedenklich. Die Bereitschaft zur Übernahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Funktionär, Übungsleiter, Betreuer oder Helfer ist immer weniger zu finden.
Die Schreiber dieser Chronik halten es für erforderlich, die anhaltenden, negativen Tendenzen aufzuzeigen und bei “Allen” das Bewusstsein zu wecken, dass für eine langfristige Perspektive unseres Vereins, der Gemeinschaftssinn wieder im Vordergrund stehen muß.
In der anstehenden Fastnachtskampagne 2003/2004 feierte der Verein “50-Jahre Rheingoldfastnacht”.
In zwei Jubiläumssitzungen wurde unter Mitwirkung der Mainzer Hofsänger gebührend gefeiert. Nach der Saison 2006/2007 muß leider die 1. Fußballmannschaft in die die B-Klasse des Kreises Worms absteigen. Hier wünscht man sich für die Zukunft wieder bessere Erfolge.
In der TT-Abteilung sind z.Z. 6 aktive Herrenmannschaften und 4 Damenmannschaften an den Spielrunden auf Kreis- und Rheinhessenebene beteiligt. In der sehr regen Abteilung wurden in den letzten Jahren beachtliche Erfolge vor allem von den Damenmannschaften erzielt.
Die Breitensportaktivitäten wurden stabilisiert und durch die Aufnahme einer Showtanzgruppe erweitert. Die Abteilung Sambo wurde im Jahr 2007 aufgelöst. Gedankt sei den vielen ehrenamtlichen Helfern, die über viele Jahre sich dem Verein mit ihren vielfältigen Tätigkeiten zur Verfügung gestellt haben. Stellvertretend für alle soll der Verstorbene Heinrich Forrer hervorgehoben werden, der sich über viele Jahrzehnte in beispielloser Art und Weise selbstlos für den Verein einsetzte und verdient gemacht hat.Eine neue Bewässerungsanlage wurde auf dem Rasenplatz installiert, so dass per Knopfdruck die Rasenbewässerung möglich ist. Hier gilt vor allen dem Einsatz der AH-Spieler ein besonderer Dank.
Mit solch guten Nachrichten kann also das Jubiläumsjahr beginnen.
Das >> 100 jährige Jubiläum <<, das in der Woche vom 16.05. – 25.05.2008 gefeiert wurde, war für den Verein ein voller Erfolg.
Alle Abteilungen des Vereins präsentierten sich als fleißige Helfer oder Ausrichter der Festwoche. Highlight der Veranstaltungen war das Spiel der AH-Fußballer gegen die Lotto-Elf.
Die vielseitigen Möglichkeiten zur sportlichen, freizeitlichen und gesellschaftlichen Betätigung, die unser Verein bietet, geben zu berechtigter Hoffnung Anlass, dass der SV Rheingold 08 Hamm auch die nächsten Jahrzehnte gut überstehen wird und auch sein nächstes Jubiläum feiern wird.
Im Aktiven Fußball ging es nach ein paar schwächeren Jahren kam es 2017 wieder zu einem großen Erfolg. Durch eine erfolgreiche Relegation gelang der Auftstieg aus der C-Klasse in die B-Klasse.
Dies war dem Team noch nicht genug, sodass sie in der darauf folgenden Saison (2018) wieder mit dem Weg durch die Aufstiegs Relegation den direkten Durchmarsch in die A-Klasse schafften.
Dort konnten sie sich dann auch halten.
2020 nach den schweren Corona Jahren fehlte es leider wieder an Spielern. Genauso ging es unseren Nachbarn aus Eich.
Beide Vereine konnten alleine keine Mannschaft mehr stellen. So beschloss man 2022 auch im aktiven Fußball eine Spielgemienschaft mit Germania Eich einzugehen.
Nach dieser Saison hatte man aber mit einigen Abgängen zu kämpfen.
So kam es, dass sich 2023 ein dritter Stammverein der SG Altrhein anschloss. Der VfR Alsheim machte das Dreigespann komplett.